Freitag, 25. November 2016

Wände patinieren...

Schon lange finde ich unsere Wände langweilig und zu weiß, aber nochmals malen geht nicht mehr. Da sind von den letzten fünf Jahren mindestens sieben Farbschichten drauf.
 
Und dann noch die Arbeit...
 
Also hatte ich vorgestern am Abend eine Eingebung.
 
Einfach so und ohne Vorwarnung.
 
Ich patiniere meine Wände.
 Also ich lass sie alt aussehen.
 
Wer mich kennt, der weiß, dass Geduld ein Fremdwort für mich ist. Es muss immer alles schnell gehen (fast alles ;-) )  und dann auch noch günstig sein.
 
Alsooooooooooooooo
 
 
Hab ich mir gedacht, ich patiniere meine Wände mit KAFFEE.
 
Nicht mit Sud oder mit Pulver, nein, sondern mit der leckeren Flüssigkeit, die mich tagtäglich Glückshormone ausschütten lässt.
 
Gestern war es dann soweit. Loti und die Kids waren nicht zuhause. Aber mein heißgeliebter Kaffeevollautomat und ich.
 
Also nicht lange überlegt, auf das Mittagessen verzichtet und ran an die Arbeit.
 
Zuvor hab ich noch versucht im Internet diesbezüglich zu recherchieren, aber bis auf Kaffeesud an die Wand patzen, hab ich einfach nichts gefunden. Dass man Stoffe mit Kaffee oder Tee färbeln kann, war mir bewusst, aber Wände???
 
Frau kann.
 
Also wie gesagt, wer nicht wagt, der gewinnt auch nicht und los ging das Kaffeetieren.
 
BITTE UM AUFNAHME EINES NEUEN DEUTSCHEN WORTES:
 
 
KAFFEETIEREN
 
 
Man nehme:
 
einige Kaffee(s) (Plural? Mir egal)
einen Schwamm
eine große Portion Mut
eine Wand
Ohropax, um die Launen anschließend vom Ehepartner nicht ertragen zu müssen!
 
Begonnen habe ich mit der Küche. In einem Abwasch hab ich dann gleich noch meinen Frühjahrsputz vorverlegt.
 
Schwamm rein in die goldene Flüssigkeit, auswringen, verschmieren, lachen und fertig!
 
 
Das Ergebnis ist für mich sensationell.
 
Keine hundert Schichten Farbe, um kompliziert die Wände zu patinieren.
 
VOLL GEIL
 
 
 





 

 

 
 
DAS BESTE IST:
 
KEINE CHEMIE!
 
Ist biologisch abbaubar und pädagogisch wertvoll :-)))))
 
 
Und es duftet anfangs herrlich.
 
Da ist nix mehr mit müde sein.
 
Da steht man, ob man will oder nicht!
(bitte keine Zweideutigkeiten hier auf meinem Blog!)
 
Und weil ich so richtig in Fahrt war, hab ich gleich noch eine Wohnzimmerwand und eine kleine Wand im Vorraum kaffeetiert.
 
 
 

 

 

 
 
 
 
Und danach war ich glücklich und hatte gleichzeitig die Hose gestrichen voll.
 
Was zum Teufel wird Loti sagen???
 
Mein Glück war, dass er erst spät am Abend nach Hause gekommen ist. Ich lag schon im Bett und er kam mit einem Lächeln ins Schlafzimmer.
Verdammt, da wusste ich, er hatte es nicht gesehen.
 
Aber wenn er es nicht sehen wird, dann wird er es zumindest riechen??
 
Das war mein Gedanke.
 
Aber nix.
 
Stattdessen kam er rein ins Schlafzimmer und sagte mir:
 
EINER VON DEN HUNDEN HAT SICH IN SCHEISSE GELEGT, ES STINKT GANZ EXTREM NACH SCHEISSE IM HAUS.
 (Scheiße? Vielleicht hätte ich doch den teuren Dallmayr Prodomo Crema intensa nehmen sollen und keinen Billigberger Kaffee.)
 
 
Ich dachte, ich  höre nicht richtig und habe einen indirekten Lachanfall bekommen.
 
Also nach innen gelacht. Voll gelacht. Geschrien hab ich in meinem Kopf und ich habe kein Wort mehr rausgebracht....
 
Das Ende von dem Lied.
 
Mein Sohn hat mich heute in der Früh verpetzt.
 
UND NUN?
 
Zurzeit herrscht noch Funkstille.
 
Aber frau weiß, was zu tun ist...
 
Also, ich wünsche euch viel Spaß beim Verschönern eurer Wände.
 
Entweder ihr patiniert sie kompliziert, oder ihr raucht fünf Packungen Zigaretten im geschlossenen Raum oder ihr
 
KAFFEETIERT.
 
Haltet mir die Daumen!
 
LOTI, ICH LIEBE DICH.
 
Bussi eure
 
 
 

Sonntag, 20. November 2016

Weihnachtspost

Auch bei uns ist es ein wenig weihnachtlich geworden. Nicht viel, aber dennoch ein bisschen.
Da hier sowieso das ganze Jahr zu viel rum steht, mag ich den überfüllten Weihnachtsdekowahnsinn absolut nicht.
Blinke, blinke usw. ist hier nicht zu finden.
 
 
 
 
Es hat sich in der letzten Zeit so viel getan und damit meine ich nicht nur im Haus, dass ich alles erst einmal verdauen muss. Zum Glück jedoch nur positive Dinge.
 
 

 
Ich liebe noch immer die Farbe GRÜN und fühle mich absolut wohl damit.
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Winter ist eigentlich nicht meine Jahreszeit, da mir trotz meiner Fettpölster nur kalt ist. Wir haben im Haus konstante 21-22 Grad und das ist für eine Frau einfach viel zu wenig. Loti versteht das aber leider nicht und schüttelt nur verständnislos seinen Kopf.
 
Umso mehr liebe ich es auf meinem Tagesbett im Wohnzimmer zu liegen (ihr wisst ja, Loti nennt es Sterbebett) und das Feuer im Kamin zu beobachten. Genau hier ist es warm und genau hier ist in dieser Jahreszeit mein Lieblingsplätzchen.
 
 
 
 
Diese alten Tinsen, Transen oder wie diese Silberdinger auch heißen mögen, hab ich bei meiner Mutter noch am Dachboden gefunden.
 
 
 
 
 
 
 
Um in Weihnachtsstimmung zu kommen, werde ich heute noch meine Lieblingsplätzchen (bei uns nennt man das Kekse) backen.
 
Vanillekipferln.
 
Und Himmel Herrgott, ich werde sie nicht mal kosten dürfen, denn noch immer verzichte ich auf Zucker, Weißmehl und so weiter.
Mittlerweile faste ich schon über drei Monate und logischerweise hat sich genau mein Körper noch immer nicht daran gewöhnt so zu leben bzw. zu essen.
 
Ich könnte jedem, der leckere Schoko oder Gummizeugs von Haribo isst, das Essen direkt aus der Hand reißen und quer in meinen Mund stecken.
 
Aber noch habe ich Disziplin. Bitte verzichtet auf  Ratschläge, ich weiß, dass ich bescheuert bin, aber es ist hoffnungslos.
 
 
 
 
 
 
Statt Glühwein und kandierte Nüsse werde ich heuer am Christkindlmarkt Tee trinken und Eiweißbrot lutschen.
 
Einbildung ist das halbe Leben!
 
 
 
 
 
 
 
 
Wenn ich so darüber nachdenke, ist mein rustikaler Stil erst mit dem Verzicht von Zucker entstanden.
 
Stellt euch mal vor, ich esse dann plötzlich einen Teller Kekse????
 
Kommen dann wieder die Gardinen auf mein Sofa und die Häkeldeckchen an Lotis Kopf???
 
Bin ich nun ich oder bin ich mit Zucker????
 
 
 
 
Und ich hoffe, dass ich dieses Jahr meinen Liebslingsweihnachtsfilm "die Geister, die ich rief" wieder sehen kann. Das erinnert mich an Zeiten, an denen ich noch jung war (und essen durfte).
 
 
 
 
Dieser antike Eisstock (nicht Eierstock!) hat es mir besonders angetan.
 
Immer wenn ich ihn betrachte, kommen unanständige Gedanken in mein Hirn. Liegt bestimmt am Zuckermangel, den ich leiden muss.
 
Nein, ich habe mich noch nicht draufgesetzt!!!!
 
 
 
 
 
 
Was Loti angeht....
 
Er mag meinen rustikal-romantischen grünstichigen Stil logischerweise auch nicht, immer noch nicht, aber auf die Frage, was ihm eigentlich gefällt, war er mal ganz ehrlich und sagte mir:
 
Durch diese ganze Einrichterei, weiß ich mittlerweile selber nicht mehr, was mir eigentlich gefällt. Fakt ist, das gefällt mir nicht!!!!
 
 
 
 
Vielleicht wird mich im Frühjahr der Wahnsinn reiten und ich schmeiß Loti zuliebe alles raus, was ihm nicht gefällt.
 
Übrig bliebe zwar nur der braune Parkettboden und die Gardinen seiner Exfrau, aber lustig wäre es schon irdgendwie....
 
 
 
 
Er ist schließlich nur ein Mann.
 
Mit Vogel.
 
Foto mit Vogel.
 
 

 
 
 
Und nun lege ich mich zurück auf mein warmes Sterbebettchen und freue mich des zuckerlosen Lebens.
 
Bussi eure